Über den richtigen Umgang mit karmischen Beziehungen

Warum es bei Karma nicht immer um die Liebe geht

letzte Aktualisierung am 27. Mai 2021 durch Redaktionsteam

Karmische Beziehungen

Was ist unter einer karmischen Beziehung zu verstehen?

Karma geht von der Annahme aus, dass es mehr als ein einziges (menschliches) Dasein gibt.

Der Glaube an eine Wiedergeburt macht karmische Beziehungen erst möglich. Man geht davon aus, dass eine karmische Beziehung unerlöste Themen aufarbeiten möchte.

Sie sind  innerhalb einer früheren Begegnung oder einer vormaligen Existenz entstanden. Diese Themen konnten nicht bereinigt, gelöst oder verarbeitet werden und tauchen nun erneut im jetzigen Dasein auf .

Karma ist ein Grundprinzip der Lebensführung. Hierzulande gibt es treffende Sprichworte, die das Prinzip des Karmas schön ausdrücken: So wie Du in den Wald hineinrufst, so schallt es zurück. Oder: Was Du säst, das wirst Du ernten.

Wenn Du einer karmischen Beziehung lebst, merkst Du das ziemlich unmißverständlich.

Es gibt nicht nur dauernd Missverständnisse, Unverständnis oder Streitigkeiten, sondern auch ein latent vorhandenes Gefühl und Gespür, mit diesem Menschen noch „eine Rechnung offen“ zu haben.

Karmischen Beziehungen muss nicht zwangsläufig eine Liebesbeziehung zugrunde liegen. Karmische Begegnungen gibt es in nahezu allen Konstellationen des menschlichen Zusammentreffens.

Karmische Beziehungen kommen zwischen Geschäftspartnern, zwischen Verwandten und Freunden vor.  Auch zwischen Menschen, die sich eigentlich fremd sind, (zum Beispiel mit dem Handwerker, der zu Dir ins Haus kommt) kann es zu einer karmischen Verbindung kommen.

Karma ist die Aktion und die darauffolgende Reaktion. Sie soll den Menschen dazu befähigen, sich höflich, wertschätzend, fair, verständnisvoll und liebevoll im täglichen Umgang zu begegnen.

Denn sonst wird ein negatives Karma aufgebaut, das nach Vergeltung, Gerechtigkeit und Ausgleich ruft.

Positives Karma

Karma wird übrigens auch im positiven Sinne verwendet. Wer sich zum Wohle aller so verhält, dass möglichst viele Menschen davon profitieren, baut ein Karma auf, das transformierend, erlösend und heilsam wirken kann und eben sehr vielen Menschen helfen kann, einen guten Weg durchs Leben zu wählen.

Das bekannteste Beispiel karmischer Erlösung stellt im christlichen Glauben  Jesus Christus dar.

Er hat all das angehäufte Karma der Menschheit (im Christentum wird von Sünden gesprochen) durch sein Dasein der Liebe, zum Wohle aller Menschen erlöst.

Wenn man allerdings von karmischen Beziehungen spricht, dann sind eben menschliche Beziehungen gemeint, in denen keinerlei Erlösung stattfinden konnte.

Und nun gibt es eine neue Chance, die Thematik in abgeänderter Konstellation endlich erlösen zu können.

Doch Erlösung benötigt Wissen, Bewusstheit und sehr viel Disziplin. Denn schnell kochen die Emotionen hoch, wenn spürbar wird, dass man mit jemandem „noch ein Hühnchen zu rupfen hat“.

Ob man will der nicht, alte Verletzungen kommen hoch, werden erneut erfahren und erlebt und setzen Muster in Gang, die für anstrengende Momente sorgen. Außenstehende Dritte, die schon einmal etwas vom Prinzip des Karmas gehört haben, neigen gern dazu, Pauschalurteile zu fällen.

Dann heißt es lapidar: Du bist ja selber Schuld an dem Schlamassel. Du warst wohl im letzten Leben eine Zicke oder ein Tyrann. Jetzt kriegst Du es wieder aufs Brot. Das geschieht Dir Recht.

Solche Äußerungen helfen niemandem und führen nur zu unendlich zerstörerischen Schuldgefühlen und zum Verlust des Selbstbewusstseins.

Auch Depressionen können auf das Karma-Konto gehen. Nämlich dann, wenn man sich hilflos fühlt und nicht mehr weiter weiß. Ist ja alles Karma, heißt es dann und man neigt zum Aufgeben.

So kommt man nicht weiter.

Entwickle eine liebevolle Beziehungsvision

Deshalb empfehle ich, das gesamte Thema nüchtern und vor allem lösungsorientiert zu begreifen.

Wer in einer karmischen Beziehung steckt, braucht eine klare, liebevolle Vision von sich selbst und seiner Beziehung.

Sehr anstrengende Beziehungen können karmisch sein, müssen aber nicht! Diesen Grundsatz gilt es zu verinnerlichen.

Denn es gibt auch die Möglichkeit, dass ein Mensch mit einem Seelenplan, der Heilung, Ausgleich, Trost und allumfassende Liebe beinhaltet, ganz bewusst in eine Beziehungskonstellation gerät, um dort Erlösung und Heilung zu etablieren.

Mit Karma hat dann diese Beziehung nichts zu tun. Sie ist ein freiwilliger Dienst an der Schöpfung, für den manche Seelen bestimmt sind.

Wirklich karmische Beziehungen äußern sich immer mit dem Gefühl der Vergeltung und dem inneren Drang, etwas unbedingt klar stellen zu wollen und zu müssen, was auch immer das sein mag.

Wer erkannt hat, dass er es tatsächlich mit einer karmischen Beziehung zu tun hat, muss begreifen, dass immer beide betroffenen Personen darin verstrickt sind, nicht nur einer, nämlich der böse Täter.

Beide haben dafür gesorgt, dass keine Erlösung und Heilung stattfinden konnte und nun „der ganze Segen schief hängt.“

An dieser Stelle möchte ich zum besseren Verständnis von einer eigenen karmischen Begegnung berichten.

Vor über zehn Jahren hatte ich ein kleines Lädchen angemietet, um dort Kurse zu geben, meine selbst gemachte Rosenmarmelade zu verkaufen und Treffpunkt für Kunst und Poesie zu sein.

Das Lädchen musste aber erst renoviert werden, was ich auf eigene Kosten übernahm. Mein Vermieter sicherte mir zu, sich finanziell zu beteiligen.

Doch es gab nie einen schriftlichen Vertrag. Und ich war zu gutgläubig, darauf zu pochen. Ich war der Meinung, dem Vermieter vertrauen zu können.

Natürlich kam es dann wie es kommen musste, als ich auszog, konnte sich der Vermieter an nichts mehr erinnern. Ich hatte keinerlei rechtliche Handhabe, die Kosten einzufordern.

Was mich dann sehr kränkte, zumal der Vermieter dann beim Nachmieter gleich die Miete erhöhte, da das Lädchen jetzt so schön renoviert war.

Da ich über das Prinzip des Karmas Bescheid weiß, gönnte ich mir zwar meinen Frust, aber beging nicht den Fehler, Groll aufzubauen. Denn das hätte auf jeden Fall eine Menge Karma angesammelt.

Mein Vermieter und ich wären eines Tages dann wieder aufeinandergetroffen, um in einer ähnlichen Situation für Klarheit und Erlösung zu sorgen.

Im nächsten Leben eben. Hatte ich auf so eine erneute Begegnung Lust? Oh nein.

Wer sich diese Tatsache bewusst macht, verhindert Karma gleich von Anfang an.

Also erlöste ich meinen Groll, betete sogar für diesen Menschen, der mich übers Ohr gehauen hatte und befreite mich und die Situation von jeglichem Ballast. Ich sprach uns frei! Frei von jeglichem Karma.

Ich erkannte mein eigenes Fehlverhalten, sowie die Verlockung, der der Vermieter erlag, als er die Chance ergriff, die Situation auszunutzen.

Die Erlösung von Deinem Karma

Solltest Du in einer karmischen Beziehung stecken, so ist dies ein Zeichen, das Karma endlich zu erlösen. So schnell und so umfangreich wie möglich!

Es liegt in Deiner Macht, dies jetzt zu tun. Der erste Schritt dazu ist, sich selbst zu verzeihen, dass einem das passiert ist. Man hat es eben nicht besser gewusst. Was auch immer zum Karma geführt hat, es konnte eben noch nicht erlöst werden.

Aber jetzt!

Folgende Schritte kannst Du gehen:

Verzeih Dir selbst!

Verzeih dem anderen!

Erlöse Dich von deinem tiefen Groll!

Sei dankbar, dass Du aus der Situation lernen und reifer werden konntest

Segne Sich, den anderen und die Situation (auch wenn sie Dir nicht bewusst ist)

Erlaube Dir, Befreiung zu spüren

Versetze Dich in das Gefühl der höheren Liebe, in der nichts anderes wichtig ist, als das Bewusstsein der Liebe. Alles ist Liebe. Alles kehrt in diese Liebe zurück. Liebe erlöst jegliches Karma

Sei ein Liebender/eine Liebende, denn während du liebst, wirst Du gereinigt, geklärt, erlöst, geheilt

Und nun sorge präventiv dafür, nicht wieder neues Karma anzusammeln. Dies kann geschehen, wenn Du Rache oder Vergeltung willst, auch wenn Du Dir dies bewusst nicht eingestehen willst.

Spüre tief in Dich hinein, ob da noch ein Gefühl tiefen Grolls in Dir vorhanden ist.

Dann sprechen Menschen Flüche aus oder einen Bann. Oder sonst eine destruktive Äußerung, die sie garantiert wieder in eine ähnliche karmische Situation bringen wird.

Sprüche, wie die folgenden, sind gefährlich: Dir werde ich es heimzahlen. Dich soll der Teufel holen. Meine Rache ist Dir gewiss. Ich werde Dich finden. du wirst schon sehen, was Du davon hast.

Bewahre Dich selbst vor solchen oder ähnlichen Sprüchen! Dir selbst zuliebe!

Eine karmische Liebesbeziehung kann heilen, sobald Du bereit dafür bist.

Auch wenn Dein Partner Dich extrem stresst und Eure Beziehung anstrengend ist, so segne sie.

Das gilt natürlich nicht für eine toxische Beziehung!

Segne Deinen Partner und Eure Liebe. Erlöse Dich selbst, bleib in der Liebe, übe Vergebung und Verzeihen und sei dankbar für alles Wunderbare, was ihr teilt.

Wenn Du Liebe lebst, strahlst Du auch Liebe aus

Es ist eine Frage des Bewusstseins der Liebe. Du selbst hast die Kraft und die Macht, Dich zu erlösen. Und Deinen Partner gleich mit.

Und dann kann es sein, dass sich deine Beziehung entweder zur angenehmen Beziehung wandelt oder sich friedlich trennt, weil der Grund des Aufeinandertreffens – das Karma – endlich erlöst worden ist.

Eine karmische Beziehung ist kein Schicksal, sondern eine wunderbare Chance für Heilung. Ergreife sie. Du bist es Dir wert.

Autorin: Zora Gienger