Team Hoyt, USA: Was wahre Liebe zu erreichen vermag

Eine Geschichte über grenzenlose Liebe und unbegrenzte Möglichkeiten

Laufender Mann mit Sohn im Rollstuhl
Team Hoyt, USA - die berührende Geschichte der grenzenlosen Liebe Dick Hoyts zu seinem Sohn

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Die nachfolgende Geschichte des Team Hoyt ist auf vielfältige Art und Weise beeindruckend und inspirierend. Sie erzählt nicht nur von der grenzenlosen Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.

Sie ist darüber hinaus eine beispielhafte Metapher für das, was menschenmöglich ist, wenn Du ein Warum für Dein Handeln gefunden hast.

Wenn der Vater mit dem Sohne …

Zum Team Hoyt aus Massachusetts, USA, gehörten Vater (Dick Hoyt, geboren 1940) und Sohn (Rick Hoyt, geboren am 10. Januar 1962). die bis 2014 zusammen an Marathons, Triathlons und anderen Sportveranstaltungen teilnahmen.

Durch seine um den Hals gewickelte Nabelschnur wurde Ricks Gehirn im Mutterleib nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das vernichtende Urteil der Ärzte nach seiner Geburt: Spastische Tetraplegie mit infantiler Zerebralparese.

Sie empfahlen den Eltern von Rick ihr Kind in ein Heim zu geben, da es nach ihrer Einschätzung niemals die Fähigkeit zur Kognition entwickeln würde. Die Eltern lehnten das jedoch zum Glück von Rick ab.

Ricks Vater Dick erzählte später einmal, dass er beim Blick in die Augen seines kleinen Sohnes gewusst hätte, dass Rick alles andere als emotionslos sei. Die Eltern spürten, dass ihr kleiner Sohn leben wollte.  So versuchten sie ihm im Rahmen der Möglichkeiten ein normales Leben zu ermöglichen.

Die Geburtsstunde des Team Hoyt

Als Rick 12 Jahre alt war, erkannten Ingenieure der Tufts University, Medford (Massachusetts), seinen Sinn für Humor. Damit war der Beweis seiner Intelligenz erbracht. Rick Hoyt lernte ähnlich wie Steve Hawking, einen speziellen Computer zur Kommunikation zu benutzen, den er durch Bewegungen seines Kopfes bediente.

Seine ersten geschriebenen Worte waren „Go Bruins!” Die Bosten Bruins waren ein bekanntes Eishockeyteam, die gerade in der Stadt um die Meisterschaft spielten. Durch diese ersten Worte erfuhren Ricks Eltern der Sportbegeisterung ihres Sohnes.

Später sollte sich herausstellen, dass Rick nicht nur Eishockey liebte. Sein sehnlichster Wunsch bestand darin einmal an einer Laufveranstaltung teilnehmen zu können.

Ein vermeintlich unerfüllbarer Traum. Nicht jedoch, wenn man in der glücklichen Lage ist, einen Vater wie Rick zu haben.

Ricks Vater, Dick Hoyt, war als ehemaliger Oberstleutnant der Air National Guard nicht unbedingt unsportlich. Doch fürs Laufen hatte er sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich interessiert. Doch das änderte sich in dem Moment, als er von der Sehnsucht seines Sohnes erfuhr. Was danach folgte klingt wie ein Märchen, ist es aber nicht!

Er fing an zu trainieren. Und nein, Vater Dick drehte mit seinem Sohn nicht im Dunklen mal dann und wann eine kleine Joggingrunde durch den Wald. Vielmehr reisten Vater und Sohn  als  das Team Hoyt um die ganze Welt.

Dick trug, zog und schob seinen gelähmten Sohn in speziellen Rädern, Rollstühlen oder Schlauchbooten bei Extremsportveranstaltungen mit sich. Die Bilder von Vater und Sohn gingen um die Welt, wo Sie Menschen inspirierten und motivierten.

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Die unfassbare Statistik des Team Hoyt

Insgesamt hat das Team Hoyt an über 1.100 Sportveranstaltungen bis hin zum „Klassiker“ der Ausdauersportler schlechthin, dem Hawai IronMan Triathlon teilgenommen. Gemeinsam bewältigten sie 255 Triathlons (darunter sechs Ironman). Sie absolvierten 72 Marathons und 22 Duathlons, sowie hunderte sonstiger Wettbewerbe.

Auf einer Radtour durch die USA legten sie im Jahr 1992 in 45 Tagen gemeinsam 6.010 km zurück. Ihr 1.000 Start hatten sie beim Boston Marathon 2009, ihrer Hausstrecke, die sie insgesamt 32 mal finishten.

Im Jahr 2013, nach Jahrzehnten der Wettbewerbe, sollte auf der Hausstrecke der Beiden, dem Boston Marathon, der letzte gemeinsame Zieleinlauf stattfinden. Das grausame Bombenattentat verhinderte das.

So absolvierte das Team Hoyt ein Jahr später am 21. April 2014 an gleicher Stelle sein letztes gemeinsames Rennen.

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Warum Du niemals aufgeben solltest

Motiviert durch die gemeinsamen Leistungen erwarb Rick Hoyt  einen College-Abschluss an der Boston University. Der Mann, den die Ärzte als geistig tot in eine Pflegeheim abschieben wollten, arbeitet heute am Boston College.

Diese Geschichte ist genauso unglaublich wie wahr! Glaub daher ruhig weiter einer Diagnose, aber niemals mehr einer Prognose. Was im Rahmen Deiner Möglichkeiten liegt ist mehr als Du im Moment vielleicht noch glauben magst.

Rick wurde einmal gefragt, welches sein größter noch offener Wunsch sei. Ob es irgend etwas gäbe, was er gerne für seinen Vater einmal tun würde.

Darauf antwortete er „Das, was ich am liebsten täte, wäre, meinen Vater in eine Rollstuhl zu setzten, ihn einmal zu schieben.”