Derek Redmond: Was einen wahren Sieger ausmacht

Mehrere Sprinter auf Tartanbahn
Lauf, als ginge es um Dein Leben

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Bereit sein alles zu geben

24. September  1998, Olympische Spiele in Seoul: Nur 90 Sekunden vor Beginn seines Vorlaufes über die 400 Meter wird der Engländer Derek Redmond mit einer Achillessehnenverletzung zur vorzeitigen Aufgabe gezwungen.

Doch der olympische Traum lebt ihn ihm weiter. Redmond will einmal bei olympischen Spielen auf dem Siegerpodest stehen.

Zunächst sieht es alles andere als gut aus für den Briten. So muß er sich aufgrund seiner Achillessehnenprobleme in den nöchsten Jahren insgesamt acht weiteren Operationen unterziehen.

Doch das Feuer der Begeisterung erlöscht nicht in dem Mann mit dem Läuferherz.  So schafft es trotz aller Rückschläge den Anschluss an die Weltspitze nie zu verlieren und läuft mit seiner persönlichen Bestleistung von 44,50 Sekunden eine absolute Weltklassezeit.

Nur ein Jahr vor den Spielen in Spanien gewinnt Redmond mit der 4×400-Meter-Staffel seines Landes sensationell die Goldmedaille bei der Leichtathletik-WM in Tokio.

Dieser Sieg ist maßgeblich ihm zu verdanken, der das zweitschnellste jemals gelaufene Rennen über diese Staffeldistanz absolviert.

Die Vorzeichen stehen auf Sieg

So reist der Brite in Barcelona als einer der Topfavoriten an.
Alles läuft nach Plan. Bestzeit im Vorlauf, Sieger in der zweiten Runde.

3. August 1992: Das Halbfinale über die 400 Meter ist eigentlich nur noch Formsache denn Redmond ist seinem Lebenstraum vom Olympiagoldm so nahe wie nie.

Doch er wird Sportgeschichte bereits im Halbfinale schreiben. Und das auf eine bisher nie dagewesene Art und Weise.

Nach einem furiosen Start sprintet der Staffelweltmeister los und übernimmt nach Hälfte der Laufdistanz die Führung. Dann nimmt das Drama seinen Lauf und es passiert die schier unfassbare Tragödie …

Derek fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den hinteren Oberschenkel und geht zu Boden: Ein erneuter Muskelfaserriss!

Der Traum vom Olympiasieg ist endgültig ausgeträumt. Doch Derek gibt nicht auf. Er will dieses Rennen zu Ende bringen, egal in welcher Zeit und egal unter welchen Anstrengungen.

Sein Vater Jim Redmond, der das Drama aus nächster Nähe mitverfolgt hat, eilt ihm, an den Sicherheitskräften vorbei, zur Hilfe.

Er stützt ihn und begleitet ihn bis über die Ziellinie.

Und da bewegte Bilder in diesem Fall sehr viel besser als viele Worte diese emotionalen Momente wiedergeben können, schau Dir einmal das nachfolgende Video an:

Wahre Sieger geben sich nicht geschlagen

Es ist in der Tat ein ziemlich beeindruckender Beweis von Vaterliebe, die Redmond sen. mit seiner beherzten Tat in diesem Moment bewies.

Dazu äußerte er sich im Anschluß in einem Interview: “Wir haben diese Karriere zusammen begonnen und ich dachte, wir sollten sie auch zusammen beenden”.

Über 65.000 Zuschauer im Stadion jubeln Redmond mit stehenden Ovationen zu, als dieser unter Tränen aufgelöst die Ziellinie humpelnd und weinend überquert.

Natürlich kannst Du Dich fragen, was diese sinnlose Quälerei sollte. Aber ein Mensch wie Derek Redmond ist ähnlich wie andere wahre Erfolgspersönlichkeiten ein Sinnbild dafür, was es heißt etwas zu Ende zu bringen was man einmal begonnen hat.

Nicht immer läuft alles wie geplant

Derek Redmonds konnte sich seinen Traum vom Olympiagold nie erfüllen. Totzdem hat er nicht nur Sportgeschichte geschrieben und dem olympischen Gedanken alle Ehre gemacht.

Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass man auch ein wahrer Sieger sein kann ohne zu gewinnen und dass Du Dich niemals auf Deinem Weg zum Ziel stoppen lassen solltest, auch wenn es einmal schier aussichtslos erscheinen sollte.

Derek  Redmond steht in der offiziellen Ergebnisliste ohne Zeitnennung mit „ DNF“ . Die Bezeichnung „Did not finish“ (DNF; engl. für „nicht beendet“) steht im Sport für gestartete Teilnehmer, die den Wettkampf nicht beenden konnten.

Auch wenn er den Lauf nach den Regularien des IOCs nicht beenden konnte, so tat er es doch auf beispiellose und ergreifende Art und Weise

Seine  „Heldentat“ erfuhr weltweite Anerkennung und Würdigung.

Sein Lauf gilt als einer der beeindruckendsten Momente in der olympischen Geschichte.

Das Internationale Olympische Komitee zeigt die emotionalen Szenen in einem Video der Celebrate Humanity Serie  dem beziehungsreichen Titel  „Courage“.

Auch der Finanzdienstleister Visa und der Sportartikelhersteller Nike zeigten die Bilder in Werbekampagnen (…sicher nicht nur) um den Geist eines ganz besonderen Sportlers zu würdigen…

Unabhängig davon: Never give up.

Höre niemals auf an Deinen Traum zu glauben!

Werde im positiven Sinne unaufhaltsam und gib alles, was in Dir steckt.