Selbstannahme: Von der Kunst dir selbst dein bester Freund zu sein

Von der Selbstannahme zur Selbstliebe

Gruppe von Menschen, Arm in Arm
Selbstannahme macht Dich auch für andere anziehend. Foto: unsplash.com

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Warum Selbstannahme die notwendige Basis jeder persönlichen Weiterentwicklung bildet.  

Fällt es Dir gelegentlich schwer, dich selbst annehmen, dir selbst dein bester Freund zu sein? Kannst Du dich selbst akzeptieren so wie Du bist? Auch trotz deiner vorhandenen Unzulänglichkeiten, Macken und Marotten? Oder leidest Du darunter, dass sein Selbstbild von deinem Selbstideal abweicht? Die Begriffe Selbstannahme und Selbstakzeptanz werden häufig synonym gebraucht. Sie setzen deine Fähigkeit voraus, dir mit Selbstachtung und Selbstmitgefühl begegnen zu können.

Sei dir selbst genug

Selbstannahme ist  nicht zu verwechseln mit Selbstliebe. Wer selbstverliebt ist, der erklärt sich selbst zum Maß aller Dinge. In ihrer extremsten Form endet Selbstverliebtheit in Narzissmus und hat mit einem gesunden Selbstbewusstsein nichts gemein. Er ist vielmehr der Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung, die durch Selbstdarstellung von ihren Selbstzweifeln abzulenken versucht.

Wer sich dagegen selbst annimmt, kennt als Ergebnis einer ehrlichen Selbstreflexion seine eigenen Schwächen und betrachtet diese als Herausforderung an ihnen zu arbeiten. So z.B. mehr zu handeln, statt nur zu redenmehr zu handeln, statt nur zu reden.

Selbstannahme  ist damit elementarer Bestandteil auf dem Weg zu einem vernünftig entwickelten Selbstbewusstseins.

Sie ermöglicht es Dir auch andere mit ihren Eigenheiten zu verstehen, zu akzeptieren, wertschätzen und zu lieben. Durch Selbstannahme gelangst Du zu wahrem inneren Frieden und wirst zu einer Persönlichkeit reifen, die in der Lage ist auch Selbstliebe zu entwickeln. Ein Mangel an Selbstannahme geht in der Regel Hand in Hand mit Selbstzweifeln einher. Sie führt über die Etappen Selbstunzufriedenheit, Selbstverurteilung, Selbsterniedrigung zu selbst verursachtem Unglück.

Deine Fähigkeit zur Selbstannahme/Selbstakzeptanz die Dich zur  Selbstliebe befähigt, fördert dagegen deine positive Eigenschaften und Stärken.

zu ihnen zählen unter anderem:

  • Achtsamkeit
  • Gelassenheit
  • deine Fähigkeit zur konstruktiven Selbstkritik
  • Selbstzufriedenheit
  • Sinn für Humor
  • mentale Stärke
  • Zuversicht und Optimismus
  • Dankbarkeit
  • Lebensfreude

Selbstannahme bildet das Fundament

Selbstannahme bildet die notwendige Grundlage für positive Veränderung, Weiterentwicklung und persönliches Wachstum. Ihre Bedeutung kann gar nicht stark genug betont werden.

Nicht wenige Menschen fokussieren sich auf ihre Unzulänglichkeiten, begangene Fehler, erlittene Rückschläge oder (vermeintliche) Niederlagen. Ihre Erfolge nehmen sie dagegen kaum wahr oder messen ihnen weniger Bedeutung zu als ihren Niederlagen. Das sind fatale Denkgewohnheiten, mit denen sich Menschen selbst ins Abseits begeben. Dagegen führt Selbstakzeptanz führt zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung und setzt eine Aufwärtsspirale in Gang.

So entwickelst Du ein größeres Selbstbewusstsein. Selbstannahme verleiht dir ein ganz neues Gefühl der Sicherheit, das die Grundlage selbstsicheren Handelns und souveränen Entscheidungen ist. Du wirst persönlich wachsen und deine Grenzen erweitern.

Du wirst lernen, besser mit Kritik umzugehen. Kritik an dir oder deinem Handeln hast Du in der Vergangenheit häufig dann als besonders verletzend empfunden, wenn sie deinem Selbstbild widersprach und dein Selbstbild in Frage stellte. Sie traf dann einen sogenannten „wunden Punkt“ von dir.

Wenn Du jedoch in der Lage bist, dich selbst anzunehmen, bist Du dir deiner Schwächen bewusst und kannst Kritik konstruktiv annehmen, ohne diese persönlich zu nehmen. Die frohe Botschaft ist, dass Du Selbstannahme lernen und systematisch entwickeln kannst.

Zwischen Selbstideal und Realität

Selbstannahme wird deine gesamte Selbstwahrnehmung positiv beeinflussen. Zudem wird sie deine Paradigmen dieser Welt verändern. Du lernst dich und andere mit ihren Schwächen zu akzeptieren. So wirst nicht mehr  Projektion als Selbstschutzinstrument benötigen. Mit dir selbst im Reinen zu sein, macht es dir gleichzeitig auch möglich, die Dinge und andere Menschen im Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Frei nach dem Motto: „Ich bin ich und „Du bist du“. Du wirst sowohl dankbarer als auch glücklicher werden, wenn es dir gelingt, Dich selbst akzeptieren zu können. Du wirst positiv selbstzufrieden.

Um dich in Selbstannahme zu trainieren, ist es hilfreich, dich etwas mehr mit Dir und den verschiedenen Facetten deiner eigenen Persönlichkeit zu beschäftigen. Vielleicht bist Du selbst der Meinung, dich selbst bereits ganz genau zu kennen. Doch häufig liegen Selbstbild und Fremdbild weit auseinander.

Reflektiere zu Beginn mal ganz ehrlich deine Stärken, Schwächen, Eigenheiten und Besonderheiten. Über welche Talente, Begabungen, Fähigkeiten verfügst Du? Was sind deine Werte und Ideale? Bringst Du sie durch dein Handeln bereits zum Ausdruck?

Hol Dir dazu unbedingt auch das Feedback von Menschen ein, die dich wertschätzen. Ein Blick durchs sogenannte Johari-Fenster ist ungemein hilfreich. Freunde, Verwandte, Bekannte, deine Familie machen das. So erhältst Du unter Umständen völlig neues und dir bislang nicht bekanntes Bild von dir.

Selbstreflexion führt zur Selbstannahme

Selbstliebe ist das Ergebnis von Selbstreflexion und setzt Selbstannahme und Selbstakzeptanz voraus . Vielen Menschen fällt das anfänglich sehr schwer. Und es ist in der Tat nicht immer einfach, ehrlich zu dir selbst zu sein. Vielleicht machst Du Dir dann und wann selbst etwas vor, um dich zu schützen oder die Diskrepanz zwischen deinem Selbstbild und deinem Selbstideal nicht ins Uferlose anwachsen zu lassen.

Dies geschieht meist unbewusst. Wenn Du dich aber erst einmal bedingungslos selbst annimmst, kannst Du damit aufhören, dir deine eigenen Fehler schön zu reden oder sie zu verdrängen. Dir deine eigenen Schwächen einzugestehen ohne dich dafür verurteilen oder schlecht fühlen zu müssen ist ein Zeichen wahrer Stärke und nicht etwa der Schwäche!