Die Sedona Methode: Das Ende deiner schlechten Gefühle

Wie Du schlechte Gefühle einfach loslasssen lernst

Fliegender Adler

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Die Sedona-Methode besteht aus vier Fragen und stammt aus dem Buch „Die Sedona Methode“ des Amerikaners Hale Dwoskin, der sie wiederum von seinem Lehrer Lester Levenson übernommen hat.

Obwohl die Methode sehr banal erscheint und die Fragen sehr einfach klingen, kann sie äußerst wirkungsvoll sein. Die Fragetechnik erinnert ein wenig an  “The Work” von Katie Byron, ist aber weitaus weniger bekannt und populär als diese.

Am besten, du probierst sie einfach selbst einmal aus! Denn nichts überzeugt mehr als die eigene Erfahrung.

Wenn du dich über etwas ärgerst, dir Sorgen machst oder gelegentlich den Hang zum zwanghaften Grübeln haben solltest:

Schließ deine Augen, geh nach innen und denk an diese konkrete Sache, an die Person oder Situation, die dich belastet. (Er)Fühle was du gerade (dabei) empfindest.

Gegen eigene Gefühle kannst du dich mit traditionellen Methoden nicht zur Wehr setzen. Sie zu unterdrücken, bekämpfen oder einfach ignorieren zu wollen – all das funktioniert nicht.

Im Gegenteil: Meist verstärkst Du unangenehme, oder belastende Gefühl damit lediglich.

Die Sedona-Methode ist eine wirksame Alternative. Dabei ist sie jedoch nicht nur auf Gefühle beschränkt.

Du kannst mit ihr  genauso gut unangenehme Gedanken, limitierende Überzeugungen oder bedrängende Phantasien loslassen. Vermutlich wirkt die Methode auch deshalb, weil natürlich Gedanken, Einstellungen oder Phantasien eng mit Gefühlen verbunden sind und sich wechselseitig bedingen.


Hier die Kurzanleitung zur Sedona-Methode mit ihren vier Fragen.

Die Sedona-Methode rückt Deinen schlechten Gefühlen mit 4 einfachen, aber gezielten Fragen zu Leibe.

1. Kann ich dieses Gefühl in diesem Moment akzeptieren?
2. Kann ich dieses Gefühl jetzt loslassen – nur für diesen Moment?
3. Würde ich dieses Gefühl (gerne) loslassen?
4. Wann?

1. Frage der Sedona- Methode: Kann ich dieses Gefühl in diesem Moment akzeptieren?
Erinnere Dich an die denkwürdige und Dir sicher bekannte Ermutigung: “Du brauchst keine Angst zu haben!” Das Interessante an der Frage, ob Du dieses Gefühl in diesem Moment akzeptieren kannst, ist, dass es völlig egal ist, was Du darauf antwortest.

Ob Du als Reaktion denkst „Nein, kann ich nicht akzeptieren“ oder „Ja, kann ich akzeptieren“ – beides ist absolut in Ordnung. Wichtig ist jedoch, dass Du unbedingt ehrlich bist – und zwar zu Dir selbst. Und dass Du spontan, also intuitiv antwortest und nicht erst lange nach der vermeintlich “richtigen” Antwort suchst. Vielleicht ist das Gefühl so stark, dass Du gar nicht anders kannst als es zu akzeptieren.

Oder es handelt sich um eine körperlichen Schmerz und du weißt, dass Du ihn ertragen musst. Aber: Du darfst Dich auch weigern das Gefühl zu akzeptieren. Es gibt kein Muss.

2. Frage der Sedona-Methode: Kann ich dieses Gefühl jetzt loslassen – nur für diesen Moment?
Auch diese Frage ist raffiniert. Du wirst ja nicht aufgefordert, das Gefühl loszulassen. Die Frage zielt vielmehr auf Deine Wahlmöglichkeit, die Du in diesem Moment hast, aber der Du Dir in der Regel nicht bewusst warst.

Wieder spielt es keine Rolle, wie Du antwortest. Mit „ja“ oder „nein“. Nur spontan ohne langes Nachdenken sollte es sein.

Hierbei ist es wichtig, das wahrgenommene Gefühl wirklich zu spüren. Oft verlieren wir uns dabei in nichtssagenden Allgemeinplätzen. „Ich habe Stress.“ „Ich ärgere mich.“

Doch ist es sehr viel leichter, wenn Du die zu dem Gefühl passende Körperempfindungen spürst und benennst. Drücken in der Magengegend, Hitze im Gesicht, Enge im Hals, Last auf deinen Schultern usw.

Denn diese Körperempfindungen kannst Du auch sehr viel leichter loslassen als die diffusen Begriffe Stress, Ärger oder Angst.

Loslassen kannst Du übrigens immer. Es ist eine bewusste Entscheidung. Du streitest mit Deinem Partner. Das Telefon klingelt.

Du gehst dran und redest in völlig normalen Tonfall mit dem Anrufer. In diesem Moment hast Du Deinen Ärger losgelassen, um ihn, wenn das Telefongespräch beendet ist, wieder aufzunehmen und weiter zu streiten. Loslassen geschieht jedoch nicht auf direkten Befehl.

Es macht wenig Sinn, zu einem anderen oder zu Dir selbst zu sagen: „Lass endlich los!“ Deshalb ist hier der indirekte Weg so wertvoll. Das sanfte Andeuten, dass es einen anderen Weg gibt, das in der Frage „Könnte ich loslassen?“ die Macht der Entscheidung liegt, macht eher den Weg frei zu jener Fähigkeit, die Du bereits besitzt, ohne es bislang gewusst zu haben.

The work von Katie Byron

3. Frage der Sedona-Methode: Würde ich dieses Gefühl (gerne) loslassen?
Wieder ehrlich und spontan antworten. Du kannst die Frage bejahen oder verneinen. Deine Gefühle zu akzeptieren ist ein Teil des Loslassens. Ablehnung und Negierung halten die Gefühle fest. Diese Frage zielt darauf ab, was Du willst. Nicht darauf, was Du kannst.

Denn oft erlebst Du ja quälende Gefühle und denkst: „Ich will sie los sein, kann aber nicht.“ Loslassen hat seinen eigenen Rhythmus. Manchmal geht es sehr schnell, manchmal braucht es mehrere Anläufe mit mehreren Versuchen an aufeinanderfolgenden Tagen.

Hab deshalb Geduld. Schon das Beschäftigen mit dem Gefühl und den vier Fragen verändert etwas nachhaltig in Dir.

Und nun zur letzten Frage:

4. Frage: Wann? Wann würde ich dieses Gefühl gerne loslassen?
Veränderung geschieht nicht, indem Du dir etwas vormachst und dich selbst belügst. Sei also ehrlich zu dir selbst und antworte spontan auf diese Frage. Wieder spielt es keine Rolle, was Du inhaltlich antwortest: Jetzt. Morgen so bald wie möglich.

Wenn die Zeit dafür reif ist. Wenn ich soweit bin. Nie?! Die Frage bringt Dich ins Hier und Jetzt. Sie lässt Dich fühlen, dass Veränderung möglich ist. DU kannst auch anders! Du kannst auch loslassen. Wann würdest Du gerne loslassen?

Antwortest Du darauf mit „Übermorgen“ oder „Wenn ich mal Zeit dazu habe“, hast Du damit schon zugestimmt, dass Du loslassen willst– und auch loslassen kannst und wirst.

Nachdem Du erstmals den Prozess der vier Fragen durchlaufen hast, spürst Du vielleicht schon eine erste positive Veränderung. Aber am wirksamsten ist es, Dir diese vier Fragen immer wieder zu stellen.