Der ausgefallene Circusbesuch

EIne herzberührende Geschichte über Nächstenliebe

Circuszelt
eine (be)rührende Geschichte-wenn auch nicht von Katharine Hepburn

letzte Aktualisierung am 6. Dezember 2020 durch Redaktionsteam

Katharine Hepburns vermeintlicher Circusbesuch

Vielleicht bist Du bei Deiner Reise durchs Internet auch schon auf die berührende nachfolgende Geschichte gestoßen, deren Verfasserin angeblich Katharine Hepburn sein soll. Auch wenn sie es genauso wenig ist, wie Charlie Chaplin der geistige Vater von “Als ich mich selbst zu lieben lernte” ist, so ist diese Geschichte dennoch lesenswert, warum ich sie nachfolgend für Dich niedergeschrieben habe:

Team Hoyt, USA: Was wahre Liebe zu erreichen vermag

Einmal, als ich ein Teenager war, standen mein Vater und ich Schlange, um Karten für den Zirkus zu kaufen.
Schließlich gab es nur noch eine weitere Familie zwischen uns und dem Kartenschalter. Diese Familie hat einen großen Eindruck auf mich gemacht.

Es waren acht Kinder, alle wahrscheinlich unter 12 Jahren. So wie sie gekleidet waren, konnte man sehen, dass sie nicht viel Geld hatten, aber ihre Kleider waren ordentlich und sauber.

Die Kinder waren wohlerzogen, sie standen alle in einer Reihe, zu zweit hinter den Eltern und hielten Händchen. Sie plapperten aufgeregt über die Clowns, Tiere und all die Auftritte, die sie an diesem Abend sehen würden. An ihrer Aufregung konnte man spüren, dass sie noch nie im Zirkus gewesen waren. Es würde ein Höhepunkt in ihrem Leben sein.

„Der Tempel der tausend Spiegel“ oder das Spiegelgesetz

Der Vater und die Mutter standen an der Spitze des Rudels und standen so stolz wie nur irgend möglich. Die Mutter hielt die Hand ihres Mannes und schaute zu ihm auf, als wolle sie sagen: “Du bist mein Ritter in glänzender Rüstung”.

Er lächelte und genoss es, seine Familie glücklich zu sehen.
Die Fahrkartenfrau fragte den Mann, wie viele Fahrkarten er wolle. Er antwortete stolz: “Ich möchte acht Kinderkarten und zwei Karten für Erwachsene kaufen, damit ich mit meiner Familie in den Zirkus gehen kann. Die Kartenverkäuferin nannte den Preis.

Die Frau des Mannes ließ die Hand los, ihr Kopf fiel nach unten, die Lippen des Mannes begannen zu zittern. Dann beugte er sich etwas näher heran und fragte: “Wie viel haben Sie gesagt?” Die Fahrscheindame nannte erneut den Preis.

Geräusch der Grille- Geräusch des Geldes

Der Mann hatte nicht genug Geld. Wie sollte er sich umdrehen und seinen acht Kindern sagen, dass er nicht genug Geld hatte, um mit ihnen in den Zirkus zu gehen?

Als er sah, was vor sich ging, griff mein Vater in seine Tasche, zog einen 20-Dollar-Schein heraus und ließ ihn dann auf den Boden fallen. (Wir waren in keinem Sinne des Wortes wohlhabend!)

Mein Vater beugte sich vor, hob den 20-Dollar-Schein auf, klopfte dem Mann auf die Schulter und sagte: “Entschuldigen Sie, Sir, das ist Ihnen aus der Tasche gefallen.

Der Mann verstand, was vor sich ging. Er bettelte nicht um Almosen, schätzte aber sicherlich die Hilfe in einer verzweifelten, herzzerreißenden und peinlichen Situation.

Der alte Mann und das weiße Pferd

Er sah meinem Vater direkt in die Augen, nahm die Hand meines Vaters in seine beiden, drückte sich fest an den 20-Dollar-Schein, und mit zitternder Lippe und einer Träne, die ihm über die Wange lief, antwortete er: “Danke, danke, Sir. Das bedeutet mir und meiner Familie wirklich sehr viel”.

Mein Vater und ich gingen zurück zu unserem Auto und fuhren nach Hause. Mit den 20 Dollar, die mein Vater verschenkte, wollten wir unsere eigenen Fahrkarten kaufen.

Obwohl wir an diesem Abend den Zirkus nicht zu sehen bekamen, spürten wir beide eine Freude in uns, die weitaus größer war, als der Zirkusbesuch uns jemals bieten konnte.

An diesem Tag lernte ich den Wert des Gebens kennen.
Der Gebende ist seliger als der Empfangende.

Wenn Sie groß sein wollen, größer als das Leben, lernen Sie zu geben.
Nur wenn Sie geben, können Sie auch mehr empfangen. Das Herz des Gebers wird zum Ozean, im Einklang mit dem Allmächtigen – der Quelle

Liebe hat nichts mit dem zu tun, was Sie erwarten, zu bekommen – sondern nur mit dem, was Du bereit bist, zu geben.
Die Bedeutung des Gebens, des Segens anderer kann nie zu sehr betont werden, denn es gibt immer Freude am Geben. Lernen Sie, jemanden durch Taten des Gebens glücklich zu machen.

Dieses berührende Geschichte stammt nicht etwa, wie fälschlicherweise immer wieder behauptet wird,  von der 2003 verstorbenen Schauspielerin Katharine Hepburn. Es ist eine Erzählung, die 1995 in dem Buch “A 2nd Helping of Chicken Soup for the Soul” veröffentlicht wurde. Bereits der erste Band des von Jack Canfield in Deutschland unter dem Titel “Hühnersuppe für die Seele” erschienenen Buches war ein Bestseller.

Er umfasst eine Sammlung inspirierender und bewegender Geschichten verschiedener Autoren. Für die vorstehende Geschichte zeichnet Dan Clark, ein Motivationsredner und LifeCoach verantwortlich.

Am Rande sei erwähnt, dass die 20 Dollar, die ihr Hepburns Vater damals angeblich verschenkte, im Jahr 2020 umgerechnet einem Gegenwert von etwa 300 Euro entsprächen. Auch wenn das heute für einen Circusbesuch mit einer Familie durchaus nichts ungewöhnliches darstellen mag, so wäre es damals ein kleines Vermögen gewesen.